Treffen mit der Christusgemeinde in Mainz
Das alljährliche Treffen mit der Christusgemeinde fand Ende September in Mainz statt. Sehr dankbar sind wir für die fast 30jährige Gemeindepartnerschaft, an deren Bestehen Frau Teuffel aus Mainz und Frau Jacob aus der Lutherstadt Eisleben großen Anteil haben, was große Anerkennung verdient. Wir erfuhren während einer umfangreichen Führung durch einen jungen Gottesdienste Dezember 2011 - Januar 2012 Mainzer aus der Christusgemeinde, der selbst an den Ausgrabungen beteiligt war, u. a. von der Gründung des römischen Militärlagers Mogontiacum (Mainz) um 13/12 v. Chr., der ehemaligen Hauptstadt der römischen Provinz Germania superior (Obergermanien). Direkt neben dem Bahnhof "Römisches Theater " wurde das beeindruckende Theater, das in den letzten Jahren freigelegt wurde, von uns besichtigt. Es fasste 10.000 Menschen bei einer Bühnenbreite von 42 m und einem Durchmesser von 116 m. Ein Gang durch die gewaltigen unterirdischen Teile der Mainzer Zitadelle mit deren beängstigenden, bis in den 2. Weltkrieg reichenden Geschichte schloss sich an. Die Christusgemeinde pflegt gute Verbindung zu der Jüdischen Gemeinde Mainz. Diese ist religiöses, kulturelles und soziales jüdisches Zentrum für Mainz, Worms und Rheinhessen. Eine neue Synagoge, in sehr moderner Architektur errichtet, wurde 2010 eingeweiht. Wir waren zur Schabatfeier eingeladen und zum Schabatmahl; diese Speisen wurden in einer koscheren Küche zubereitet. Der gemeinsame Gottesdienst in der Christuskirche, der Gedankenaustausch über unsere Gemeinden, viele persönliche Gespräche bei den abendlichen Begegnungen, bei gutem Essen und gutem Wein sind Anlass, unseren Gastgebern sehr herzlich zu danken. Wir freuen uns auf das Wiedersehen 2012 in St. Annen. Anne Margaret Rost

1511 - 2011
Impressionen zu den Festtagen 500 Jahre Eisleber Neustadt
um die St. Annen Kirche
Die Eisleber Neustadt und St. Annen waren Gastgeber
Vom 24.- 26. Juni boten die St. Annenkirche mit Kloster und Kirchplatz die Kulisse für die 500 - Jahrfeier der Eisleber Neustadt.Der Freitagabend war der Jugend vorbehalten. Vom französischen Kulturattaché und unserer Oberbürgermeisterin Jutta Fischer wurde die Bühne für die Féte de la Music freigegeben. Vom "Doppelquartett" des Martin-Luther-Gymnasiums über Linedance und Rockmusik war für jeden Geschmack etwas dabei.
Der Samstag stand im Zeichen einer regionalgeschichtlichen Tagung, vorbereitet vom Landesheimatbund. Wir erfuhren viel Neues über die Eisleber Neustadt, die Annenkirche und die jüngste Bauforschung am angrenzenden Augustiner-Eremiten-Kloster. Danach können wir jetzt mit Sicherheit sagen, ja, es gab einen Kreuzgang und er befand sich an der Westseite des Klostergebäudes, von der Gartenseite und im Rinckartsaal noch gut zu sehen. Und die Holzbalkendecken im ersten Obergeschoß stammen zweifellos aus der Gründungszeit des Klosters 1515/1516. Ebenfalls sicher ist, dass Luther als Distriktsvikar das Kloster visitiert und zu Fronleichnam 1516 an der Prozession teilgenommen hat. Damit ist nun klar, daß Kloster und Chorraum von St. Annen zu den authentischen Lutherorten in unserer Stadt gehören. An die Vorträge schloss sich eine Führung über den Breiten Weg an, bei der die ehemalige "Einkaufsmeile" der Neustadt noch einmal lebendig wurde.
"Nun danket alle Gott" von Martin Rinckart, war Titel des abendlichen Festkonzertes in der vollbesetzten Kirche. Solisten und Chor sowie das Mitteldeutsche Kammerorchester überzeugten mit einer beeindruckenden Leistung.
Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete der Festgottesdienst am Sonntag. Etwa 100 Mitglieder der Bergbau-, Hütten- und Knappen- vereine zogen in ihren historischen Uniformen durch die Neustadt zum Gottesdienst in die Bergmannskirche ein. Nach einem Grußwort des stellvertretenden Ministerpräsidenten Jens Bullerjahn feierten wir den Gottesdienst mit unserer Landesbischöfin Ilse Junkermann. Sie ging in ihrer Predigt auch auf das Verhältnis von Alt- und Neustadt und die bergmännische Tradition in der Annenkirche ein. Den Abschluss des Sonntags bildete dann ein Kirchplatz-Fest mit fröhlichem Schmaus. Bei wieder sommerlichem Wetter saßen wir mit Musik und Gesang noch bis in die Abendstunden. Ohne die vielen Kuchen und Salatspenden sowie den unermüdlichen Einsatz von Ehrenamtlichen in diesen Tagen hätten wir kein so schönes Fest feiern können.
Allen möchten wir ganz, ganz herzlich danken. Ein großes Dankeschön geht auch an die Stadt Eisleben, vertreten durch die Oberbürgermeisterin und die Kulturamtsleiterin, sowie an den Verein der Berg- und Hüttenleute, die die Festtage umsichtig vorbereitet haben. Lassen Sie sich schon heute zum 500. Jahrestag der Kirchweih im Jahre 2016 einladen.
Dr. Joachim Rost